Gesehen | Die Tribute von Panem - Mockingjay Pt. 1

Freitag, 12. Dezember 2014


Distrikt 12 wurde vollständig zerstört. Bis auf die Unterkünfte für die Sieger der Spiele wurde der gesamte Bezirk in Schutt und Asche gelegt, allein der Familienkater Butterblume hat überlebt. Katniss bringt das Tier in ihr neues Zuhause: Distrikt 13, dessen Bewohner im Untergrund leben und auf den geeigneten Augenblick warten, um eine Revolution gegen das Kapitol zu beginnen. Katniss soll weiterhin das Gesicht dieser sein, doch weigert sie sich anfänglich an den Propaganda-Aktionen für den Aufstand teilzunehmen, da sie um das Leben von Peeta fürchtet, der als Druckmittel gegen Katniss eingesetzt wird. Erst als Präsident Snow ein Krankenhaus voller Verletzter zerbomben lässt, brennt in Katniss die Wut stärker denn je und schließt sich letztendlich den Revolutionären an.




FILMGEDANKEN

Was für ein Kinoerlebnis! Schon die ersten beiden Verfilmungen der Panem-Trilogie haben mir gut gefallen und umso mehr habe ich mich auf den abschließenden Kinofilm der Reihe gefreut. Zunächst war ich skeptisch, als verkündet wurde, dass Mockingjay in zwei Teilen verfilmt werden sollte - wie es schon bei den letzten Teilen von Harry Potter und Twilight gemacht wurde. Mit gemischten Gefühlen ging ich also ins Kino - und kam begeistert wieder raus. Regisseur Francis Lawrence hat mit der Aufteilung keine schlechte Entscheidung getroffen, vielmehr eine gute, denn Mockingjay Pt. 1 zeigt in eindrucksvollen Szenen, warum Distrikt 13 und die Rebellen so versessen darauf sind, das Kapitol und Präsident Snow zu stürzen.

Wenn wir brennen, dann brennen Sie mit uns!

Jennifer Lawrence liefert auch in diesem Teil eine hervorragende Schauspielleistung ab. Sie sieht fertig aus. Kaputt. Völlig am Ende. Die Hungerspiele, bei denen sich Jugendliche zur Belustigung der Reichen auf Leben und Tod bekämpfen, sind vorbei. Katniss Everdeen hat überlebt, doch zu welchem Preis? Sie ist ein psychisches Wrack. Die Spiele haben sie zerstört und sie wird jede Nacht von Alpträumen geplagt. Und doch steht der schwerste Kampf noch aus. Katniss muss zum Vorzeige-Symbol der Rebellion werden, dabei würde sie am liebsten alles hinter sich lassen. In jeder Sekunde nimmt man Jennifer Lawrence ab, wie elend Katniss sich fühlt.

Aber nicht nur Jennifer Lawrence spielt Weltklasse, auch die anderen Darsteller sind phänomenal, sowohl bekannte Charaktere - Effie und Haymitch sind einfach nur liebenswürdig und bewahren sich trotz der bizarren Situation ihren (schwarzen) Humor - als auch neue Gesichter, wie zum Beispiel Cresside (Natalie Dormer) und Präsidentin Alma Coin (Julianne Moore). Meine Erinnerungen an die Charaktere im Buch sind eher blass, doch ich kann mich an Präsidentin Coin als eine eher unsympathische Person erinnern, der jedes Mittel recht ist, um die Rebellion zum Erfolg zu führen. In der Verfilmung ist ihre Darstellung um einiges besser gelungen. Zu Beginn tritt sie als sanfte, verständnisvolle Frau auf und nach und nach lässt sie ihre wirklichen Absichten durchscheinen.

Peeta ist der Trumpf des Kapitols, so wie du unserer bist.

Wie schon in den ersten beiden Filmen, bleibt auch Mockingjay bis auf kleinere Abweichungen sehr nah an der Handlung des Buches, an denen man sich nicht weiter stört. Francis Lawrence verzichtet in Mockingjay Pt. 1 auf große Actionszenen, es gibt wenig Explosionen und Kampfszenen, die dafür im Gesamtbild gut platziert sind. Vielmehr wird der Fokus auf die Schauspielleistung der Darsteller und die Rolle der Propaganda gelegt. Katniss ist eine Marionette beider Fraktionen und Präsident Snow genießt es gerade zu seine beiden Tribute gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen. Katniss wünscht sich dabei nur, Peeta aus den Fängen des Kapitols zu befreien. Er ist für sie der einzige Grund, für die Rebellen zu kämpfen, obwohl man immer wieder sieht und spürt, dass sie nicht hinter der Sache steht - natürlich möchte sie Präsident Snow stoppen, doch die Mittel und Wege, die Distrikt 13 einschlägt, sind ihr suspekt. Katniss hat scheinbar als Charakter einen natürlich ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und während sie miterlebt, wie ein Lazarett voller Verwundetet in die Luft gebombt wird, kann sie nicht anders, als die Stimme zu erheben. Josh Hutcherson, der als Peeta nur ab und zu in der Propaganda-Show des Kapitols auf den Bildschirmen auftaucht, macht seine Sache ebenfalls sehr gut und sieht von Mal zu Mal gebrochener aus. Sein Anblick hat mich erschreckt und schokiert. Das Ende ist ebenso atemberaubend wie schockierend und ein fieser Cliffhanger - besonders, wenn man die Bücher nicht kennt - dieser Blick aus Katniss' blutunterlaufenen Augen ging mir durch Mark und Bein.

FAZIT


Mockingjay Pt. 1 ist ernster als seine beiden Vorgänger, ein Kriegs- und Propagandafilm, ohne dabei den Krieg zu verherrlichen, vielmehr ein realistischer und subjektiver Bericht und er läutet das große Finale - den Sturm auf das Kapitol perfekt ein. Die Bilder sind atemberaubend und bewegend, und auch wenn der Film im Ganzen ziemlich ruhig ist, verliert er in keinem Augenblick an Spannung. Eine großartige Leistung von Regisseur und Schauspielern.

Are you ... are you ... coming to the tree?


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