Gelesen | Der Winter der schwarzen Rosen von Nina Blazon

Mittwoch, 3. Februar 2016

cbt (2015) | Hardcover | 544 Seiten | 16,99€ | Einzelband | Leseprobe? Hier entlang!
In einer Festung, geschützt durch dunkle Magie, suchen die Zwillingsschwestern Tajann und Liljann Zuflucht vor ihren Verfolgern. Die eine Schwester versteckt sich hier mit dem Junglord Janeik, um ihre verbotene, aber leidenschaftliche Liebe leben zu können. Die andere ist auf der Flucht vor der zerstörerischen Liebe eines Gestaltwandlers. Doch mit den dunklen Mächten spielt man nicht. Das beginnen auch Tajann und Liljann bald zu ahnen. Denn etwas lauert in den Mauern, etwas Unberechenbares, etwas Böses ...


Buchgedanken

Tajann und Liljann sind Zwillingsschwestern, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und durch Liebe und Hass gleichermaßen miteinander verbunden sind. Liljann ist sanft und genügsam, aber auch furchtsam und unschlüssig ob sie den ihr vorgezeichneten Weg, der sie in das unwirtlichen und gefährliche Grauland führen wird, wirklich gehen soll. Die begabte Jägerin Tajann dagegen weiß genau, was sie will: Den Platz an der Seite ihrer Fürstin einnehmen, den einst auch ihre Mutter hatte. Liljann steht ihr im Weg, denn der Kodex ihrer Welt besagt, die Erstgeborenen müssen gehen, damit die Zweitgeborenen frei sein können. Als die beiden Mädchen von Fürstin Jamala zum Fest der Roten Nacht eingeladen werden, ahnen sie noch nicht, dass jede von ihnen auf einen Mann treffen wird, der ihr Leben verändern und ihre Loyalität zueinander und sich selbst auf eine harte Probe stellen wird. 

Der Winter der schwarzen Rosen bezaubernd - nicht nur durch sein wunderschön gestaltetes Cover - von der ersten Seite an mit einem märchenhaften und detailreichen Schreibstil und liebevoll gestalteten Charakteren. Liljann war mir auf Anhieb sympathisch, ihre liebevolle und fürsorgliche Art ließ ihr mein Herz zufliegen - Tajann konnte mich erst nach und nach für sich gewinnen. Liljann liebt ihre Heimat und die Sagen und Mythen, die ihr von den Einheimischen erzählt werden und muss gleichzeitig ihre eigene Gabe verstecken. Sie setzt dabei jedoch ein grundsätzliches Vertrauen in die Welt und die Menschen, dass jeder Verrat an ihrer zarten Seele schmerzt. Und ich gebe zu, ich habe Tajann in der ersten Hälfte des Buches gehasst. Ihre durchtriebene, egoistische und selbstgerechte Art, mit der sie ihre Ziele erreichen möchte. Auch die männlichen Haupfiguren sind ebenso vielschichtig und liebevoll ausgearbeitet wie unsere beiden Heldinnen. Janeik ist ebenso ein charmanter Liebhaber wie ein aufbrausender junger Lord. Volok ebenso stark und unbeugsam wie ein Angst einflößendes Monster. Naveen ebenso ein romantisch und liebenswert wie eine in Ketten dunkle Macht alter Zeiten. 

Es gibt diesen Moment, wenn das Schicksal des Hirsches besiegelt ist. Da wissen wir es beide - das Tier und ich. Wir wissen, wer sterben wird und wer siegt. Ich wusste nur nicht, dass es bei Menschen genauso ist. S. 138

Voller unerwarteter Wendungen, magischer Momente und rätselhaften Ereignissen, die sich zu einer außergewöhnlichen und einzigartigen Geschichte zusammenfügen, hat mich atemlos gemacht und fasziniert hat, und mich auch noch Tage, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, meine Gedanken gefesselt hat. Die unglaubliche Dynamik, die die Autorin durch den Perspektivwechsel geschaffen hat, zieht einen unaufhörlich tiefer in die Geschichte. Abwechselnd erzählen Tajann und Liljann ihren Teil der Geschichte. So fügt sich schließlich Stück für Stück die Geschichte am Ende zu einem epischen Märchen zusammen. Auch das Ende fügt sich harmonisch in die gesamte Handlung ein, auch es für meinen Geschmack dann doch ein wenig zu überzogen und kitschig wirkte.

Fazit

Nina Blazon hat mit Der Winter der schwarzen Rosen eine märchenhafte sowie epische Geschichte über Magie, Liebe und Verrat erschaffen. Ein Roman, der vielschichtig und zugleich einfach ist. Ein Roman, der begeistert mit tiefgründigen Figuren, einem zauberhaften Schreibstil und spannender Handlung. Der Winter der schwarzen Rosen ist die ideale Lektüre für einen verschneiten oder regnerischen Wintertag, bei dem man sich mit einer heißen Tasse Tee und dieser magischen Geschichte einkuscheln und abtauchen kann, in Liljanns und Tajanns Schicksal. Klare Leseempfehlung für diesen beeindruckenden Roman.

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