Gelesen | Jennifer L. Armentrout: Onyx - Schattenschimmer

Mittwoch, 23. März 2016

Carlsen (2014) | Hardcover | 464 Seiten | 19,99€ | LUX | Leseprobe? Hier entlang!
! Hierbei handelt es sich um die Rezension zum zweiten Band einer Reihe !

Seit Daemon Katy geheilt hat, sind sie für immer miteinander verbunden. Doch heißt das, dass sie auch füreinander bestimmt sind? Auf keinen Fall, findet Katy und versucht sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn Daemon ist nun fest entschlossen, sie für sich zu gewinnen. Dann taucht ein neuer Mitschüler auf – und mit ihm eine dunkle Gefahr. Katy weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Was geschah mit Daemons Bruder? Welche Rolle spielt das zwielichtige Verteidigungsministerium? Und wie lange wird sie Daemons enormer Anziehungskraft noch widerstehen können?

BUCHGEDANKEN

Nach dem katastrophalen Start, den ich mit Obsidian hatte, hat Onyx mich dagegen überraschen und fesseln können. Seit Katy beim Kampf mit den Arum verletzt worden ist und Daemon sie geheilt hat, sind die beiden miteinander verbunden. Daemon hat sich eingestanden, dass er in Katy verliebt ist. Katy nicht. Hier liegt gleichzeitig eine große Schwäche des Buches, aber auch der Spaßfaktor. In Obsidian haben mich Katys und Daemons Wortgefechte sehr genervt, da sie zum größten Teil aus Beleidigungen und Drohungen bestanden. In Onyx dagegen sind die Dialoge spritzig und erfrischend, was auch daran liegt, dass Daemon nicht mehr krampfhaft versucht Katy von seiner Spezies fernzuhalten, indem er sie verbal verletzt. Er bemüht sich auf eine niedliche, fast charmante Art und Weise ihr Herz zu gewinnen. Er überhäuft Katy geradezu mit Aufmerksamkeiten und sie gibt ihm einen Korb nach dem anderen. Leider wiederholt sich dieses Szenario immer und immer wieder, Seite für Seite - bis ungefähr die Hälfte des Buches erreicht ist. Wie schon in Obsidian war das sehr ermüdend und nervig. Doch - zum Glück! - lässt die Spannung in Onyx nicht so lange auf sich warten. 

Das Konzept um das Verteidigungsministerium, die Arum und die Lux war sehr interessant, auch wenn mich das ein oder andere nicht ganz überzeugen konnte. Ich bin bei vielen Aspekten, die die Autorin verbaut hat, geteilter Meinung. Einerseits waren die vielen Wendungen spannend und teilweise auch unerwartet, im Nachhinein machten sie aus der ohnehin schon eher kantigen Geschichte keine runde Sache. Dass man zum Ende hin nicht mehr so recht weiß, wem man eigentlich noch vertrauen kann, war sehr gut aufgebaut, allerdings habe ich mich gefragt: Warum mussten es jetzt unbedingt die Charaktere sein? Bei beiden war zu erwarten, dass es so kommen musste. Insbesondere bei der zweiten Person hätte ich mir gewünscht, dass jemand anderes auf den Plan tritt, denn diese Entscheidung der Autorin war recht platt und einfallslos. Auch war es mir unerklärlich wie Katy ein bestimmtes Mädchen erkennen konnte, obwohl die beiden sich zuvor noch NIE IM LEBEN begegnet sind. Katys Erklärung, dass sich ihr Gesicht (das des Mädchens), das sie irgendwann zu Beginn von Obsidian auf einem Vermisst-Plakat gesehen hat - und in den beiden Büchern nie wieder erwähnt wurde - in ihr Gedächtnis eingebrannt hat, eher dürftig und nicht wirklich glaubhaft. 

Und da wären wir schon beim Dreiergespann der Hauptfiguren: Katy, Daemon und Blake - der Neue in der Runde. Die Autorin setzt bei der Handlung - zumindest in der zweiten Hälfte der Geschichte - und beim Setting spannende Akzente, greift bei Charakteren und der Liebesgeschichte all zu gerne in die Klischee-Kiste. Deshalb darf Blake als zweiter Love Interest natürlich nicht fehlen und setzt Katys "komplizierten" Gefühlslage und Unentschlossenheit noch die Krone auf. Weder Daemon noch Katy können in Onyx Sympathiepunkte sammeln. Daemons Bemühungen um Katy sind zwar niedlich, aber seine Bereitschaft zu Gewalt und Mangel an Moral sind streckenweise erschreckend und Angst einflößend. Katy wirkt auf mich zunehmend scheinheilig: Ihre Tätigkeit als Buchbloggerin ist nicht wirklich nennenswert und sie zeigt auch kein sonderlich großes Interesse daran. Desweiteren ist die krasse Verleumdung ihrer Gefühle besorgniserregend, und über die Verletzungen, die Blake ihr beim Training zufügt und die sie anderen gegenüber (die sie auch noch danach fragen!) verschweigt, wollen wir gar nicht erst reden. Wie schon in Obsidian verhält sich Katy wenig selbständig und opfert sich bereitwillig für einen Mann, den sie nach eigener Aussage NICHT liebt. 

Blake scheint zunächst der einzige zu sein, der normal und bei Verstand ist. Wobei ich mir bei Blake die Frage stelle: Musste die Autorin ihn unbedingt als Nr. 3 der Liebesgeschichte einführen? Für die Rolle, die er eigentlich in der Geschichte spielt, wäre dies gar nicht nötig gewesen. Blake hätte auch gut ein (normaler) Freund für Katy sein können, mit dem sie einfach über das Bloggen quatscht. Ach so? Wo sind eigentlich Dee und all die anderen Charaktere aus Obsidian? Mir scheint als wurden sie zu Gunsten des Liebesdreiecks und Katys (endlosen) inneren Monologen über ihre Unentschlossenheit so gut wie gestrichen. Unsere sympathische Dee, die Thomson-Drillinge und Katys Freundinnen sind einfach von der Bildfläche verschwunden. Sehr schade, dass die Autorin ihnen hier keine Rolle mehr zuspricht. 

FAZIT

Onyx hat sich im Vergleich zu Obsidian merklich gesteigert. Die Handlung der zweiten Hälfte ist spannend und abwechslungsreich. Die Einblicke, die man in die Welt der Lux und Arum erhält, machen neugierig auf mehr. Mit der Liebesgeschichte und den Charakteren kann Jennifer L. Armentrout allerdings nicht auftrumpfen. Onyx ist ein solider zweiter Band. Vielleicht werde ich mich doch noch an Opal heranwagen.

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