Lovelybooks | Die mörderische Verschwörung (2)

Sonntag, 13. November 2016


Seit dem ersten Bericht über die neue Lese-Aktion von Lovelybooks hat sich einiges im Ermittlungsraum getan. Die erste Leserunde zu Cody McFadyens Die Stille vor dem Tod ist beendet und die Meinungen über den neuen Smoky-Barrett-Fall gehen auseinander. Die neue Leserunde ist bereits gestartet: Lesefutter ist der neue Psychothriller von Ethan Cross Ich bin der Zorn. Den ersten Leseabschnitt habe ich bereits verschlungen und bin begeistert von Ethan Cross und seiner spannenden Geschichte. Stück für Stück offenbaren sich neue Hinweise und es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen und die Aufgaben für die Universität zu erledigen. Auch in den Ermittlungen zu den drei Männern, die in einem verlassenen Fabrikgelände aufgefunden wurden, sind einige neue Hinweise und Indizien aufgetaucht:

ERMITTLUNGSTAG 3

Ernst Kovalcik betrat den Konferenzraum und ließ den Blick über die versammelten Ermittler schweifen. Die Nervosität und Anspannung einiger Kollegen war geradezu greifbar. Der Fauxpas der Fingerabdrücke hing wie eine dunkle Regenwolke über unseren Köpfen. Es waren fast nur erfahrene Polizisten am Tatort gewesen und das ausgerechnet ihnen einer der schwerwiegendsten Fehler unterlaufen war, war ein Brocken, den man schwer schlucken konnte.
Kollegen!
Wir konnten dank eurer Einsendungen nun die überwiegende Mehrheit der Fingerabdrücke zuordnen. Es wurden Fingerabdrücke der vier Opfer und einiger Ermittler gefunden. Bei einem Fingerabdruck konnten wir bisher noch keine Übereinstimmung finden, die Abfrage der Datenbank hat keine Ergebnisse geliefert. Wir bleiben an der Sache dran. Der Fingerabdruck ist unser erster Hinweis.
Die Ärzte halten Kai Bauer immer noch nicht für vernehmungsfähig. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen endlich zu ihm können …
Bei der Untersuchung der Leichen ist aufgefallen, dass sich bei allen drei Toten ein Lippenstift-Strich auf der rechten Seite des Hemdkragens befand. Auch bei der Kleidung, die bei Kai Bauer sichergestellt wurde, fanden wir denselben Lippenstift-Strich. Ideen?

  • Es gibt für mich hier nur eine mögliche Erklärung: Die Männer wurden markiert. Die entscheidenden Fragen sind hier nun warum und wo? Wir können wohl davon ausgehen, dass alle vier am Abend ihres Verschwindens gemeinsam unterwegs waren und im Verlauf des Abends oder Nacht von einer bisher unbekannten Person mit dem Lippenstift markiert wurden. Gehen wir mal von einer Frau in einer Bar aus, weil es am unauffälligsten ist. Eine Markierung setzt zudem voraus, dass die Männer an dem Ort, wo sie sich aufhielten, durch Aussehen und Kleidung nicht auffielen. Vielleicht ein Szenelokal, an denen Männer im Anzug keine Seltenheit sind? 


ERMITTLUNGSTAG 4

"Ein verdammter Lippenstift! Wie soll der uns bei den Ermittlungen helfen?" Ben schlug mit der Faust auf die Tischplatte. "Ich meine, so einen Lippenstift kann doch jeder überall kaufen. Männer. Frauen. Kinder. Da achtet doch kein Verkäufer drauf!" Ben war nicht der einzige Kollege, der sichtlich frustriert von dem Fall war. "Wir haben nichts, keinen einzigen Anhaltspunkt..."
"Wir haben noch den Fingerabdruck.", warf einer der Kollegen ein.
"Ja, einen Abdruck ohne Übereinstimmung. Sollen wir die ganze Republik bitten, ihre Fingerabdrücke  abzugeben?"
"Wäre schon längst überfällig", bemerkte ich nüchtern und nippte an meiner Kaffeetasse.
"Das wird gar nicht nötig sein." Ernst Kovalcik hatte den Konferenzraum betreten:
Es gibt spannende Neuigkeiten! Ich wollte gerade mit Kai Bauer im Krankenhaus sprechen, als mir dort Nadine Elsenheimer über den Weg gelaufen ist, die Witwe einer der Toten, ihr erinnert euch? Ich war ein wenig verwundert, warum sie Kai Bauer im Krankenhaus besucht, soweit ich weiß, besteht zwischen den Beiden keine Verbindung. Abgesehen davon, dass Kai Bauer der Assistent von Herrn Elsenheimer war. Aber ich denke nicht, dass die Beiden sich privat getroffen haben. 
Nadine Elsenheimer wirkte sehr zerstreut, als sie Kai Bauers Krankenzimmer verließ und hat dabei auch ihre Handtasche runterfallen lassen. Ratet mal, was ich dabei entdeckt habe! Einen Lippenstift! Der hatte doch tatsächlich dieselbe Farbe wie der Lippenstift, den wir am Tatort auf den Hemden der Leichen entdeckt haben! Jedenfalls bilde ich mir ein, dass es dieselbe Farbe war... Das ist eine Spur! Wir brauchen unbedingt einen Durchsuchungsbefehl für Nadine Elsenheimers Wohnung. Das Problem ist, sie und Marius Elsenheimer leben seit kurzem getrennt. Ich fürchte, dass die Dame wohl Beweismittel verstecken könnte, jetzt, wo sie mich im Krankenhaus gesehen hat. 
Jemand muss den Richter ans Telefon kriegen! Murray, Johnson, sie übernehmen das! Seine Nummer ist ... 

Frustriert knallte Ben den Hörer auf das Telefon und knurrte: "Verdammter Richter! Der hängt bestimmt auf dem Golfplatz herum ..."
Ich konnte nicht anders, und brach in schallendes Gelächter aus. "Auf dem Golfplatz? Seit wann greifst du in die Klischeekiste? Vielleicht ist er gerade in einer Gerichtsverhandlung, wird Großvater oder macht einfach nur Mittagspause. Richter sind auch nur Menschen ..." 
"Vorsicht, Johnson!" Grinsend sah er mich an. Ich schlug seinen erhobenen Zeigefinger zur Seite. 
"Kommen Sie, Detective Inspector, wir gehen auch etwas essen. Ich lade dich ein."
"Wie kann ich da nein sagen?" 

ERMITTLUNGSTAG 5

Das Ticken der Uhr wirkte unnatürlich laut im stillen Konferenzraum. Resigniert starrten die Kollegen auf den schwindenden Inhalt ihrer Kaffeetassen. Der Fall schien einzuschlafen. Ben und ich hatten gestern und im Verlauf des Vormittags keinen Erfolg damit gehabt, den Richter zu erreichen. Seine Mailbox musste längst den Dienst quittiert haben. Alles, was sie vorzuweisen hatten, war eine Lippenstiftmarkierung, die sich so gut wie nicht nachvollziehen ließ und das Bauchgefühl ihres leitenden Ermittlers Kovalcik. War Nadine Elsenheimer wirklich gerade dabei Beweise zu vernichten oder hatte sie bei Kai Bauer einfach nur selbst nach Antworten gesucht? Wir konnten nur hoffen, dass sich der Richter bald mit dem Durchsuchungsbeschluss meldete, ansonsten steckten sie in einer Sackgasse ... Einen Moment später betrat Ben Murray mit einem zufriedenen Lächeln den Raum und zwinkerte mir zu, gefolgt von einem ebenso zufriedenen Ernst Kovalcik:
Guten Morgen!
Murray, Johnson, vielen Dank für Ihren Einsatz! Wir haben den Durchsuchungsbefehl für Nadine Elsenheimers Wohnung bekommen! Wir machen uns sofort auf den Weg. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet! Auf was soll die Spurensicherung besonders achten?

  • Zuerst das Offensichtliche: Der Lippenstift. Sämtliche Lippenstifte, die zur Farbnuance unserer Markierung passen, müssen zum Abgleich ins Labor. Aber auch wenn es eine Übereinstimmung geben sollte, wäre das höchstens ein Indiz. So ein Lippenstift wird schließlich öfter verkauft. 
  • Als nächstes würde ich das Arbeitszimmer bzw. den Arbeitsbereich auf den Kopf stellen: Laptop, PC, Handy, Tablet etc. müssen zur genauen Untersuchung mitgenommen werden. Zudem würde ich stichprobenartig die Unterlagen durchgehen - Kontoauszüge, Post, Schriftverkehr, den Papierkorb, Kalender und Notizbücher. Genau Daten über die finanzielle Situation und Anruflisten können wir uns von der Bank bzw. dem Netzanbieter direkt besorgen. Ich würde auch die Augen nach einem zweiten, vielleicht sogar versteckten, Handy offen halten. Zu mehr dürfte unser Durchsuchungsbefehls gar nicht ausreichen. 
  • Zu guter letzt würde ich noch die Fingerabdrücke und DNA von Nadine Elsenheimer aufnehmen und ihr ein paar unverbindliche Fragen stellen: Wie lange ist sie schon von ihrem Mann getrennt? War es nur vorübergehend oder wollte sie sich scheiden lassen? Was war der Grund für die Trennung? Gibt es vielleicht einen neuen Mann in ihrem Leben? Und zudem würde ich noch auf dem Präsidium checken, in wie weit die gute Frau vom Tod ihres Mannes profitiert.

Das ist der aktuelle Stand der Ermittlungen. Und wieder heißt es warten auf die Ergebnisse der Hausdurchsuchung. Zum Glück können wir uns mit spannenden Krimis und Thrillern die Zeit vertreiben. Die Leserunde zu Die Stille vor dem Tod ist beendet und obwohl viele den neuen Band der Smoky-Barett-Reihe enttäuschend fanden, war er für mich eine logische Fortsetzung, wenn auch nicht so stark wie die vorherigen Bände. Das nächste Buch, das wir als Ermittlungsteam nun lesen dürfen ist Ich bin der Zorn von Ethan Cross. Jetzt ist es genau umgekehrt: Bei Cody McFadyen war ich seit Jahren ein Fan der Reihe, bei Ethan Cross bin ich nun der Quereinsteiger. Ich bin gespannt auf die Geschichte und welche Hinweise wir im Laufe der Ermittlungen noch aufstöbern.

Nachtrag: Die Bewerbungsphase für den dritten Krimi, Wer die Furcht sät von Tony Parson, läuft bereits. Bis zum 20. November 2016 könnt ihr euch für die Leserunde bewerben und mitlesen. Dafür ist die Teilnahme an der mörderischen Verschwörung nicht verpflichtend. Wenn ihr allerdings hautnah dabei sein wollt, könnt ihr hier bei der mörderischen Verschwörung mitmachen!

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